Archiv der Kategorie ‘Allgemein‘

schneider

Vom Hupen mit Licht

Ingolf Schneider - Dienstag, 07.10.2008

Zu einem hier übers Wochenende intensiv diskutierten Thema kann ich Entwarnung geben: Ja, der Insignia hat eine Lichthupe. Und sie erfüllt all unsere strengen Anforderungen. Dabei ist die technische Umsetzung dieser (gesetzlich übrigens nicht vorgeschriebenen) Funktion im Xenon-Zeitalter mit einigen technischen Kniffen verbunden, zumal wir besonders darauf achten, dass Haltbarkeit und Lebensdauer stimmen.

In der Praxis gilt: Beim Insignia mit AFL ist die Lichthupe maximal 500 Millisekunden aktiviert. Auch wenn der Fahrer den Hebel länger ziehen sollte, schaltet die Elektronik den Xenonbrenner nach dieser halben Sekunde automatisch ab. Es gibt auch eine untere Lichthupen-Grenze von 250 Millisekunden, das heißt, der Xenonbrenner bleibt auch bei kürzerem Hebelzug mindestens solange an. Im Bereich eines Hebelzuges zwischen 250 bis 500 Millisekunden greift die Elektronik nicht ein, sprich, der Brenner bleibt genau so lange an, wie der Fahrer den Hebel betätigt.

 

Diese Schaltlogik hat folgenden Hintergrund:

Untergrenze von 250 Millisekunden: Der Xenonbrenner wird per Relais aktiviert. Beim Zünden zieht das elektronische Vorschaltgerät einen recht hohen elektrischen Strom. Würde genau dann der Abschaltbefehl kommen, müssten die Relaiskontakte übermäßig leiden. Schon nach 250 Millisekunden ist der Stromfluss aber sicher wieder auf Normalniveau, so dass das Relais verschleißfrei abschalten kann.

Obergrenze von 500 Millisekunden: Kritisch für den Xenonbrenner ist die ungleichmäßige Aufheizung durch den elektrischen Strom. Die Metallelektroden des Brenners erwärmen sich deutlich schneller als das umschließende Glas. Dadurch käme es zu Spannungen zwischen Glas und Elektroden; häufiges Ein- und Ausschalten könnte zu Schädigungen des Brenners führen. Allerdings: Bis 500 Millisekunden findet keine nennenswerte Aufheizung statt, deshalb auch kein überhöhter Verschleiß.

Indem wir also mit Hilfe der Elektronik die Einschaltdauer der Lichthupe begrenzen, tragen wir ganz entscheidend zu einem langen Leben der Komponente bei.

Diesen Beitrag zu Mister Wong hinzufügen yigg it Diesen Beitrag bei LinkARENA sichern oneview - das merk ich mir! Furl diesen Beitrag

schneider

Licht ins Dunkel

Ingolf Schneider - Samstag, 04.10.2008

Ich freue mich, dass das Thema Licht immer noch so viel Aufmerksamkeit findet. Da wieder einige interessante Fragen aufgekommen sind, möchte ich sie gerne zusammengefasst beantworten.

Frage: Wie reagiert AFL+, wenn man auf einer beleuchteten Autobahn unterwegs ist? Die A555 zwischen Köln und Bonn ist nämlich streckenweise hell erleuchtet. Welcher Modus wird hier gewählt?

Antwort: Hier wird ab Tempo 100 das Autobahnlicht aktiviert. Bis 100 ist Landstraßenlicht. Der Sensor erkennt den Unterschied zwischen Stadtbeleuchtung und Autobahnbeleuchtung sowie die Radien der Autobahnkurven.

Interessant ist, dass das AFL Straßenlaternen erkennt – wie funktioniert dies? Ist das derselbe Sensor, der auch das automatische Abblenden bei Gegenverkehr erkennt?

Exakt.

Beschränkt sich der mechanische Teil der Lichtkegelveränderung ausschließlich auf die Änderung des Stellwinkels der Projektionslinse oder werden zusätzlich auch noch Blenden angesteuert, die die Form des Lichtkegels verändern können?

Der Lichtkegel wird im Inneren des Projektionsmoduls durch Drehen einer zylindrischen Walze verändert. Diese Walze hat, je nach Stellung, unterschiedliche Oberflächen.

Zur Beleuchtung am Heck wurde seitens Opel noch nicht allzu viel erzählt. Welche Funktionen/Besonderheiten gibt es denn hier? Adaptives Bremslicht, variierend in Fläche und Intensität usw.?

Bei Vollbremsung/ABS-Eingriff blinken die Bremsleuchten, um den Aufmerksamkeitsgrad des nachfolgenden Verkehrs zu erhöhen. Eine Erweiterung der Bremslichtfläche gibt es nicht.

Welche Funktion hat die linke Rückleuchte ohne Rückfahrlicht beim Insignia Sports Tourer?

Auf der Fahrerseite ist anstelle des Rückfahrscheinwerfers das Nebelschlusslicht untergebracht.

Diesen Beitrag zu Mister Wong hinzufügen yigg it Diesen Beitrag bei LinkARENA sichern oneview - das merk ich mir! Furl diesen Beitrag

balthasar

Historie und Zukunft

Jennifer Balthasar - Montag, 22.09.2008

Einen Blick in die Historie sowie in die Zukunft von Opel konnte eine Gruppe von Insignia-Bloggern werfen, die in Rüsselsheim zu Gast war. Im Opel Blitz-Panoramabus ging’s übers Werksgelände in die Oldtimerwerkstatt. Ob Lutzmann, Doktorwagen, Rekord Coupé oder Raketenwagen – Heinz Zettl, Leiter Opel Classic, wusste zu jedem Modell eine eigene Geschichte zu erzählen. „Einen Teil der Ausstellung kenne ich zwar schon aus der Werksführung, aber das ist doch mal was anderes“, freute sich Blogger „didi“.

Höhepunkt war jedoch – da waren sich die Blogger einig – ein Insignia zum Probesitzen, der sich eigens für diese Veranstaltung zwischen den Oldtimern versteckte. „Das war ein Highlight“, schwärmte Johanna Cavar auf der Rückfahrt im Blitz-Bus. „Neben den Nähmaschinen“, fügte sie schmunzelnd hinzu. „Ich nähe total gern, wusste aber gar nicht, dass Opel in diesem Industriezweig mal führend war.“ Auch Bernd Leipner, der vom Bodensee angereist war, zeigte sich begeistert: „Es hat sich gelohnt. Die Führung durch die Werkstatt und die persönlichen Gespräche waren echt spannend.“

Auf dem Bild links oben sind zu sehen, von links nach rechts: Heinz H. Zettl (Leiter Opel Classic), Michael Cavar, Johanna Cavar, Ulrich Weber (Leiter GME Media Bureau), Stefan Weimann, Manfred Weimann, Bernd Leipner, Henry Best, Gunther Best, Oliver Schröder, Andreas D.

Diesen Beitrag zu Mister Wong hinzufügen yigg it Diesen Beitrag bei LinkARENA sichern oneview - das merk ich mir! Furl diesen Beitrag

glaeser

Hart am Wind

Alex Regné Gläser - Mittwoch, 25.06.2008

Zusammen mit den Aerodynamik-Kollegen war ich im Windkanal, um die während der Entwicklung hart erarbeiteten guten cw-Werte an Vorserienfahrzeugen zu verifizieren. Ulrich Rein, der Aero-Entwickler für Insignia, zeigt mir, wie sich die Luftströmung an die coupéhafte Karosserie anschmiegt. Keine Verwirbelungen, kein Strömungsabbruch, wirklich eindrucksvoll! Die Auswertung zeigt, dass wir unser Ziel erreicht haben. Schon jetzt können wir sagen, dass der Insignia in Sachen Aerodynamik zu den besten Fahrzeugen seiner Klasse gehören wird. Die lange Entwicklung, bei der wir die kleinsten Details von den Außenspiegeln über den Unterboden bis zur Felgengeometrie berücksichtigen mussten, war ein voller Erfolg. Danke an die Kollegen, gute Arbeit!

  

Diesen Beitrag zu Mister Wong hinzufügen yigg it Diesen Beitrag bei LinkARENA sichern oneview - das merk ich mir! Furl diesen Beitrag

glaeser

Probesitzen ist Chefsache

Alex Regné Gläser - Dienstag, 10.06.2008

In den Kommentaren kam die Frage auf, ob Probesitzen in unseren Vorserienwagen möglich wäre. Dazu, wie versprochen, mein Erlebnis von der 100-Prozent-Fahrt nach Südtirol, die wir mittlerweile erfolgreich absolviert haben: Wissbegierigen begegnen wir natürlich ständig. Vor kurzem hatten wir es auf dem Weg nach Österreich mit einer besonders engagierten “Verehrerin” zu tun. Die junge Dame gab sich alle Mühe, um auf den schmalen Nebenstraßen mit ihrem schwarzen Corsa dranzubleiben. Beim nächsten planmäßigen Stopp holte sie uns ein, stellte sich als “großer Opel-Fan” vor und wollte sich allzu gerne mal in einen Insignia setzen. Glück gehabt - unser gut gelaunter Chefingenieur hatte nichts dagegen und das Foto-Handy ließ sie klugerweise stecken. Ihr Fazit: “Hat sich gelohnt, dass ich euch fast 50 Kilometer gefolgt bin, obwohl ich eigentlich ganz woanders hin wollte.”

 

Diesen Beitrag zu Mister Wong hinzufügen yigg it Diesen Beitrag bei LinkARENA sichern oneview - das merk ich mir! Furl diesen Beitrag

holl

Zucht-Eis

Andreas Holl - Freitag, 02.05.2008

Arjeplog nahe am Polarkreis: Seit 1970 geben sich die Leute von der Automobil- und Zulieferindustrie in diesem nordschwedischen 5.000-Seelen-Ort die Klinke in die Hand, in der Hochphase der Wintertests können das bis zu 3.000 Menschen sein. Es gibt einige Sonderrouten über Land. Ansonsten dreht sich alles um eine bis April zugefrorene riesige Eisfläche. Wir sprechen hier von rund 10 Kilometern Streckenlänge. Und die Einheimischen wissen, was wir Tester brauchen. Über den Winter ist das Eismachen zum Hauptgewerbe in der Waldbau- und Rentierzucht-Gemeinde Arjeplog geworden. Das Eis auf dem See wird regelrecht herangezüchtet und dann mit Grätern, Lkw, Radladern und Traktoren präpariert. Unglaublich, was die Schweden da so alles anschleppen.


Diesen Beitrag zu Mister Wong hinzufügen yigg it Diesen Beitrag bei LinkARENA sichern oneview - das merk ich mir! Furl diesen Beitrag

holl

Insignia-Blog – Mein Kontrastprogramm

Andreas Holl - Mittwoch, 30.04.2008

Andreas Holl im getarnten Opel InsigniaInsignia-Blog? Für mich fast so eine Art Kontrastprogramm, da wir Test-Ingenieure uns doch sonst extrem bedeckt halten müssen. Wir beschäftigen uns tagein, tagaus mit unserem Projekt, unserem Auto. In der Regel darf aber von unseren Erkenntnissen, Empfindungen und Eindrücken nichts nach außen dringen.
So bin ich es gewohnt. Der Insignia ist das siebte Modell, das ich als Entwickler für Fahrwerk-Regelsysteme begleite. In 14 Jahren habe ich mir jeweils zu Beginn des Projekts die virtuelle Tarnkappe übergestreift.
Diesmal aber wollen wir – mein Kollege Alex Regné Gläser und ich – an dieser Stelle ein bisschen aus dem Nähkästchen, sprich, aus dem Tester-Alltag plaudern.
Was mich dabei interessiert, sind die Reaktionen auf unsere Beiträge und die Fragen, die man sich „draußen“ zur Insignia-Entwicklung stellt. Ich bin gespannt, sehr gespannt, wie sich der Dialog mit Ihnen/Euch entwickelt.

Diesen Beitrag zu Mister Wong hinzufügen yigg it Diesen Beitrag bei LinkARENA sichern oneview - das merk ich mir! Furl diesen Beitrag