Was uns bei der „Jungfernfahrt“ mit dem ersten Insignia ecoFLEX noch aufgefallen ist: Die von den Marketing-Kollegen „CleanTech“ genannte neuartige Verbrennungstechnik (Closed-Loop-Verfahren) senkt nicht nur den Verbrauch, sondern sie verbessert subjektiv auch das Geräuschverhalten. Der Motor klingt tatsächlich angenehmer.
Diesen Effekt verstärke ich natürlich, wenn ich konsequent der Schaltempfehlung folge. Sobald ich per Hochschalten das Drehzahlniveau senken kann, ohne Schwung zu verlieren, erscheint ein Pfeil im Display zwischen den Hauptinstrumenten (siehe Video). Ein ganz dezenter Helfer, der ohne Lichterkette, Pieptöne und sonstigen Schnickschnack auskommt.
Und was das Ansprechverhalten angeht: Die längere Achsübersetzung ist angesichts der hier wirksamen Drehmomentkurve kein Problem. In der Praxis erreiche ich im sechsten Gang hohe Geschwindigkeiten bei recht niedrigen Drehzahlen und habe immer noch Beschleunigungsreserven – die ideale Charakteristik eines Langstreckenautos.
Nach dem Insignia ecoFLEX wurde in den vergangenen Wochen ja schon intensiv gefragt. Umso mehr freue ich mich, jetzt von meiner „Jungfernfahrt“ mit dem ersten Vorserien-Exemplar berichten zu können. Die verlief nämlich sehr positiv. Unser technisches Maßnahmenpaket zahlt sich offensichtlich aus, der Kraftstoffverbrauch sinkt signifikant.
Und das nicht nur theoretisch unter Laborbedingungen, sondern ganz praktisch auf der Straße im Serientrim. Wir waren zu viert in der Stufenheck-Limousine unterwegs, allerdings hauptsächlich auf Autobahn oder Landstraße und wegen Dauerregens in recht moderatem Tempo. Obwohl das Auto noch nicht richtig eingefahren war – Tachostand bei Wagenübernahme: 70 Kilometer – registrierten wir durchschnittlich 5,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Wohlgemerkt: Das war keine echte Messfahrt und das ist kein Homologationswert. Trotzdem nicht schlecht für eine voll ausgestattete Limousine mit 160 PS und 350 Nm Drehmoment.
Sonne satt im Süden Spaniens = Superfotos vom Sports Tourer – so die Gleichung unseres Pressefoto-Teams. Zunächst aber fehlte der Sonnenfaktor. Stattdessen hieß es, vor der Brandung die Flucht zu ergreifen – mit durchaus interessanten Bild-Ergebnissen.
P.S.: Danke für die Anregungen, dem designierten Pressebild in „Die perfekte Welle“ eine zweite Karriere zu ermöglichen. Das Wallpaper ist in Arbeit und wird bald zur Verfügung stehen. Bis dahin nehmen wir weitere Wünsche bezüglich der Bildschirmformate (in Pixel) entgegen.
Selbst Kollegen aus anderen Abteilungen fragen mich ab und zu: „Was hast du denn eigentlich noch mit dem Insignia zu schaffen? Das Auto ist doch jetzt fertig!“ Nun ja, stimmt schon, aber die Entwicklung ist eben noch nicht komplett abgeschlossen. Auf der einen Seite erproben wir weitere Motor-/Getriebevarianten und zum anderen wird kontinuierlich optimiert und validiert. So wissen wir jetzt, dass die Verbrauchsdaten für die Limousine mit 1.6, 1.8 und 2.0 Turbo um 0,1 Liter/100km besser sind, dementsprechend die CO2-Werte. Wir sind aber erst dann sicher, wenn eine größere Menge an Produktionsfahrzeugen streuungsbereinigt gemessen wurde.
Kürzlich haben wir hinter die Typprüfung des neuen 1,6-Liter-Turbobenziners, der ab März verfügbar ist, den letzten Haken gemacht. Trotz der strengen Euro 5-Emissionsrichtlinien schafft dieser Motor eine tolle Balance zwischen Leistung und Wirtschaftlichkeit. Bei gleichem Verbrauch (7,7 l/100km) wie der 1,8-Liter-Sauger und sogar leicht reduziertem CO2-Ausstoß (181 g/km) ermöglicht der 1.6 Turbo 225 km/h und nur 8.9 Sekunden von 0 auf 100. In meinen Augen ein bemerkenswertes Insignia-Aggregat – und das bei relativ günstigen Anschaffungskosten.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und auf der Rückblick-Hitliste des Blog-Teams steht unser Dudenhofen-Besuch ganz oben. Dr. Matthias Schollmaier, Leiter des Testzentrums, bemächtigte sich dabei unseres mitgebrachten Turbo-Allradlers.
Der Fahrwerkexperte wollte mal kurz prüfen, ob sich die Rundenzeiten auf der Handlingstrecke mit vier angetriebenen Rädern tatsächlich noch verbessern lassen. Sie waren besser. Und wir haben es per Video festgehalten.
Es ist geschafft: Der Insignia Sports Tourer hat die 100-Prozent-Fahrt souverän bewältigt.
Mit fünf Testwagen fuhren wir von Rüsselsheim in den Schwarzwald und zurück. Unser Augenmerk lag vor allem auf den Kriterien Geräuschkulisse, Fahrdynamik und -stabilität – und natürlich der einwandfreien Funktion der Heckklappe.
Auf der Bergstrecke des Testgeländes Dudenhofen muss der Insignia seine Kletterkünste unter Beweis stellen. Steigungen und Gefälle bis zu 30 % mit unterschiedlichen Straßenbelägen sowie eine Serpentinen-Passage fordern vor allem Bremsen und Lenkung.
Auch die Validierung der Höchstgeschwindigkeit gehört zu unseren Jobs auf dem Dudenhofener Testgelände. Mit dem 260 PS starken Insignia V6 Turbo war es unser Ziel, die 250 km/h-Marke deutlich zu überbieten, um auch unter weniger optimalen Bedingungen die (in der Serie dann abgeregelten) 250 km/h erreichen zu können. Jetzt sollte sich zeigen, ob sich die Arbeit im Windkanal gelohnt hatte.
Ich fahre also auf die Hochgeschwindigkeits-Rundbahn und beschleunige. Die Geschwindigkeit wird im Fahrzeug über ein GPS-Gerät und gleichzeitig über die sehr genauen Radaranlagen (ohne Blitz ) auf der Bahn erfasst. Bereits nach wenigen hundert Metern zeigt der Tacho 180 km/h, und ich fahre auf die linke, stark überhöhte Spur. Durch die Kombination aus hohem Tempo und 37 Grad Querneigung entsteht ein Gleichgewicht von Flieh- und Schwerkraft, sodass der Insignia ohne Lenkeingriff der Spur folgt. 240… 248… 252 bis hin zu 256 km/h – Ziel erreicht. Damit die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht vom Wind beeinflusst wird, fahre ich noch ein paar schnelle Runden, dann rolle ich wieder zurück.
Mein Vorschlag an die Kollegen in Dudenhofen: Das blaue Schild über der Geschwindigkeitsanzeige auf der linken Bahn könnt ihr mal ersetzen …
Was für den einen das Büro, ist für mich Dudenhofen. Das GM-Testgelände südöstlich von Frankfurt ist eine kleine Welt für sich. Die verschiedenen Sektionen – Beispiel Marterstrecke, Steilstrecke, Hochgeschwindigkeits-Rundbahn oder Handlingbereich – bilden die Straßenverhältnisse in weiten Teilen Europas ab. Ganz ohne Fremdverkehr setzen wir hier verschiedenste Parameter – Leistung, Drehmoment, Gaspedalposition, Motordrehzahl oder Radgeschwindigkeit – in Beziehung zueinander. Wir wollten zum Beispiel wissen: Wie hängt der Insignia am Gas? Reagiert die Automatik sanft, schnell und „sinnvoll“ auf die Fahrsituation? Ist die Beschleunigung harmonisch?
Alle „GM Drive Quality“-Ingenieure folgen dabei einer Art Drehbuch. Vor dem Testdurchlauf ermitteln wir äußere Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchte oder Windrichtung, um die Ergebnisse im Sinne der Vergleichbarkeit verwerten zu können. Alle relevanten Daten erscheinen in Echtzeit auf einem großen Bildschirm, die einzelnen Messabschnitte steuern wir per Joystick [Foto 3]. Das ist besonders bei hohen Geschwindigkeiten einfacher und sicherer, als auf einer Tastatur rumzufummeln. Für die Auswertung hocken wir dann aber doch wieder in unserer „Außenstelle“: dem Büro im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum.